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Gottesdienst - Verabschiedung von Diakon Karsten Böhm

OKT
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Gottesdienst - Verabschiedung von Diakon Karsten Böhm


Datum Sonntag, 16. Oktober 2022, 11:00 Uhr
Standort Dreieinigkeitskirche, Lipschitzallee 7, 12351 Berlin
Mitwirkende
Pfn. Nora Rämer, Pfarrer Andreas Schiel und Team
Gottesdienst - Verabschiedung von Diakon Karsten Böhm

Interview mit Karsten Böhm

Aus gegebenen Anlass, der bevorstehende Ruhestand von Karsten Böhm/Diakon ,  möchten wir Ihnen etwas aus dem langjährigen Berufsleben von Karsten Böhm , erzählen. 

Petra Haschke-Dreßke(PHD): Wie lange bist du schon in der Gemeinde?

Karsten Böhm:  Ich bin seit 27 Jahren in der Gemeinde. Angefangen hatte  es mit einer Vertretungssituation , 3 Jahre zunächst, aus diesem Provisorium wurde dann eine Festanstellung. Eine kritische Anmerkung zur Kirchenstruktur: Erst seit ca. 4 Jahren gibt den Berufsbegriff „Diakon“ im kirchlichen Tarifvertrag.

PHD:  Das ist nicht nachvollziehbar. Aber dennoch hast du es hier in DEK 27 Jahren geschafft?.

Karsten B. Es war mir ein Fest und Vergnügen die Gemeinde über diese Zeit begleiten zu dürfen. Insbesondere die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in ihrem Tun zu unterstützen und zu bestärken. Der technische Begriff des „Verstärkers“ war immer das Sinnbild für meine Arbeit. 

PHD: Erzähle uns doch ein bisschen aus deinem Berufsleben.

Karsten B.: Angefangen habe ich mit halb-offener Jugendarbeit im Orchideenweg, besonders gerne habe ich gestartet, da der Konfirmandenunterricht ein Teil meiner Aufgabe von Anfang an war. Wir haben  über Jahre in der Zusammenarbeit mit einem gut wechselnden Gemeindejugendrat zusammengearbeitet, an dieser Stelle möchte ich insbesondere die Zusammenarbeit mit Uwe Heiland erwähnen. So konnten wir über die Konfirmandenfahrten in das Rüstfreizeitheim  Papplitz zusammen mit vielen Teamer*innen,  die Jugendarbeit immer wieder beleben. In den 1990ger Jahren waren auch die Feten im Gemeindehaus legendär. Nachdem das Handy und der schnelle Internetanschluss in den Familien Einzug hielt,  wurde die Jugendarbeit immer schmaler, sodass wir sie mit der Aufgabe des Gemeindehauses Orchideenweg,  zusammen mit den immer weniger werdenden Konfirmand*innen, in die Lipschitzallee überführten. Die tollen Gemeindefeste im Orchideenweg konnten wir noch einige Jahre weiterfeiern. Inzwischen besteht eine enge Kooperation mit dem Ricam-Hospiz.

Ein besonderes Anliegen war für mich, seit Beginn der Lebensmittelausgabe,  die Aktion Laib und Seele. In den ersten 2 bis 3 Jahren wurde sie ausschließlich ehrenamtlich betrieben. Wir fingen mit ca. 30 Kund*innen an und sind heute bei 210 – 250 Kund*innen. So durfte ich einen Teil meiner Arbeitszeit dort mit einbringen und seit ca. 10 Jahren sie offiziell leiten.

PHD: Jeden Montagfrüh gibt es hier im der Gemeinde ein Gewusel. Für mich immer wieder faszinierend, wie du das Ganze zusammenbindest.

Karsten B: Ja, dieses ist eine wunderbare Aufgabe:  Da wir ja nicht nur Lebensmittel vor der Mülltonne retten, sondern auch Menschen, die von Armut bedroht und betroffen sind, einen kleinen finanziellen Spielraum eröffnen. Darüber hinaus ist diese montägliche Begegnung auch eine Art Marktplatz auf dem viele Menschen, die sich sonst nie treffen, ins Gespräche kommen und sich austauschen können.

PHD: Das ist ein Großteil deiner Arbeit, aber nicht alles...

Karsten B: Dieser „Marktplatz“ wird in der Woche von unserem Gemeinde-Cafe in kleiner Form fortgesetzt. Auch die Begleitung der ehrenamtlich Mitarbeitenden war mir immer eine Freude. Des Weiteren bin ich sehr froh, dass die Gemeinde einen ehemaligen Gesprächsraum im Keller unserer Kleiderausgabe zur Verfügung gestellt hat. Nicht zuletzt zu erwähnen ist unser Fahrradkeller, der von einem Team in den letzten 2 Jahren in wunderbarer Weise reanimiert worden ist. Er befindet sich seit geraumer Zeit im ehemaligen Tankraum der Gemeinde. 

PHD: Du hast in deiner langen Arbeitszeit hier viele Menschen im pfarramtlichen Dienst kommen und gehen sehen Ich frage jetzt nicht, wer dir der/die liebste Pfarrer*in  war. Da kann ich mir einiges an Diskussionen vorstellen…

Karsten B:  Wie du siehst, ist auch das eine bunte Welt, die immer wieder eine Herausforderung war.

PHD: ….die du meines Erachtens aber sehr gut gemeistert hast.  Natürlich gab es auch div. GKR-Vorsitzende, mit denen du zusammengearbeitet hast. Ich erinnere mich  beispielsweise immer gerne an unsere, bisweilen durchaus streitbaren, Diskussionen (KB grinst), die letztendlich aber konstruktiv endeten. 

Vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Eindrücke in deine Arbeit. 

An dieser Stellen möchte ich mich im Namen der Gemeinde ganz herzlich für deine Arbeit hier  bedanken. Bei Fragen, auch den kniffelichsten, konnte man sich an dich wenden und es gab i.d.R. Lösungsvorschläge, bisweilen auch recht unkonventionell.  Nun gehst du in den wohlverdienten „UN-Ruhestand“, wir wünschen dir von Herzen alles Gute und Gottes Segen. 

Das Interview führten Karsten  Böhm /Diakon, angehender Ruheständler und Petra Haschke-Dreßke/GKR-Vorsitzende